Die Geimeinschaft des Kreuzes


Nach langer Wanderung durch dunkle Täler und Schuluchten, durchnässt von Regen und Sturm freust du dich, dich an einem warmen, geschützten Feuer niederzulassen. Vielleicht ist es das Feuer von einem, der das rote Kreuz auf schwarzem Grund als sein Zeichen trägt, oder es ist dort jemand, der über diese fahrenden Streiter Kunde hat. Gespannt hörst du den Ausführungen deines Gegenübers zu oder blätterst in den Pergamenten, die Zeugnis über die Kreuzträger ablegen ...



Geschichte


Das Ritterkreuz sieht man als Wappenzeichen vieler fahrender Streiter schon seit langer Zeit. Die Legenden über deren Ursprung sind vielfältig.

Eine Geschichte erzählt von einer Gruppe Ritter, die einem Tyrannen die Gefolgschaft verweigerten. In einem fremden Land weit der Heimat, weit von ihrem König und ihren heiligen Stätten entfernt hatten sie Zuflucht gefunden und machten es sich zur Aufgabe, dort die Bewohner der Dörfer, die Pilger und Handelskarawanen vor Räubern und wilden Tieren zu beschützen. Sie legten ihr Heimatwappen ab, so wie sie ihr altes Leben ablegten und dienten nur noch der Ritterlichkeit. Ihr Zeichen wurde zum Symbol für Schutz und Zuflucht.

Kein Orden im engeren Sinne ging aus dieser ersten „Gemeinschaft des Kreuzes“ hervor. Die Kreuzträger sind keine Streitmacht eines Fürsten und kein Bund, der sich auf Herkunft, Glaube oder Profession stützt. Die Kreuzträger eint letztlich nur eines: Der Wunsch, im dunkel der Welt ein Licht zu sein, ein Unrecht zu beseitigen oder eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, bei der sie sich von den ritterlichen Tugenden leiten lassen. Der genaue geschichtliche Hintergrund der ersten Kreuzträger verblasst im Nebel der Legenden – aber die Tradition der Bruderschaft lebt fort. So kann man jene, die das rote Kreuz auf schwarzem Grund tragen in aller Herren Länder auf den Straßen treffen. Meist dort, wo es gegen großes Unrecht zum Schutze der Schwachen zu streiten gilt. Und nicht nur Ritter sind es, die das Schwarz mit dem roten Kreuz anlegen: Auch Priester, Gelehrte, sogar Zauberer und bisweilen sogar einfache Bürgern kann man begegnen, die sich der Bruderschaft zugehörig fühlen und dies durch das Tragen dieser Farben kenntlich machen.



Bedeutung des Zeichens


Das Kreuz ist eines der ältesten Zeichen, seit die Menschen die Kunst der Schrift erlernt haben. Zwei Balken, die sich treffen. Himmel und Erde berühren sich. So steht das Kreuz für Begegnung, aber auch für Berührung mit dem göttlichen. Viele kennen das Kreuz als Zeichen der Liebe für andere, als Zeichen des Willens, Last für andere zu Tragen.
In der Ritterschaft ist das Kreuz über viele Länder verbreitet als Verkörperung der vier Tugenden, nach der jedermann, einer der sich der Ritterlichkeit verschrieben hat aber ganz besonders streben sollte:
Klugheit soll mich lenken und mir die Fähigkeit geben, Recht von Unrecht, Gut von Böse und Her von Verderblich zu unterscheiden
Gerechtigkeit möge mein Handeln bestimmen. So sei die Wahrheit zu verteidigen und jedem dass, was ihm zustehe, im Guten und im Bösen, nicht vorzuenthalten, auf das ein jeder gedeihe und zum Wohle gerate.
Tapferkeit soll meine Ehre heißen, denn der rechte Weg ist steinig. Nicht zurückschrecken soll ich vor Tod und Leid, sondern dieses mit großem Herzen angehen um ein Schild in der Not zu sein. Die Stärke des Körpers und des Geistes schärfe ich.
Maßhaftigkeit soll meinen gerechten Zorn und meinen Stolz zügeln. Nicht weiter soll mein Hass reichen als bis zum Schutz der Gerechtigkeit nötig. Nicht mehr soll ich mich ergötzen an Siegen und Freuden, als die Klugheit gebietet.

Der schwarze Grund symbolisiert die Trauer aber auch den Krieg. Sie steht für das Dunkel in der Welt, insbesondere für den Grund, den jeder einzelne Kreuzträger zum Anlass nahm, sein altes Leben abzulegen und das schwarze Kreuzgewand zu tragen. Das rote Ritterkreuz steht hierbei für Weg und Hoffnung: Nicht die Dunkelheit sondern die Tugenden bestimmen den Weg des Kreuzträgers. Das Feuer auf der Brust des Kreuzträgers möge den Schwachen ein Licht im Dunkeln sein und dem Träger selbst ein Licht, dass ihm den Pfad erhellt und ihn den richtigen Weg finden lässt.