Ihr wollt mich berauben? Legt das Schwert nieder und kommt herbei. Ich teile das meine mit euch und ihr sollt euch wärmen und satt essen. Ihr wollt kämpfen? Lasst ab, sonst werdet ihr sterben.
Thoran von Prydwen

Thoran - kurz und knapp

 
Titel
Herkunft Caer Prydwen in Kymru, Albion
Profession Fahrender Ritter, Schwertbruder Korashs
Derzeitige Tätigkeit Auf der Suche nach Verbündeten für einen Feldzug zur Rückeroberung seiner Heimat
Hier findet man ihn für gewöhnlich Dort wo die Schwachen einen Schild brauchen, der sie schützt
Das Kreuz ist für ihn Das Zeichen, bei dem sich Himmel und Erde berühren,
die Vereinigung der vier Tugenden,
die reine Ritterschaft
Er trägt das Kreuz, weil Er sein Leben der Gerechtigkeit weihen und den Notleidenden ein Lichtstrahl in der Finsternis sein will
Gespielt von Merlin
 
 
 
 

Thoran, der Wanderer


a kings tale & a knights quest
 

Stacks Image 5
Die Winter waren hart und viele gewesen in den Jahren. Zu oft sprach man an den Herdfeuern und in den Gaststuben des westlichen Britanniens von den guten alten Tagen. Den Tagen bevor es dunkel wurde um das Land von Cambria und das Reich um die Feste Prydwen.
Lange Jahre sind vergangen, seit der gute alte König Brakus das weite fruchtbare Land Cymru im Westen der sagenumwobenen weißen Insel Albion regiert hatte. Uneinnehmbar schienen einst die Zinnen von Schloß Prydwen, wo der gute König mit seiner Familie residierte. Ein weiser Herrscher war er und ein treuer Vasall des Hochkönigs war er, ebenso treu dem Kaiser der Adler wie sein Vater und dessen Vater es gewesen.
König Brakus hatte zwei Söhne, die am selben Tag das Licht der Welt erblickt, zur selben Stunde dem Schoß ihrer königlichen Mutter entsprungen waren. Ihre Namen waren Thoran und Teramon.

Lange Jahre ist es her, dass die Pikten aus den nördlichen Hügellanden in das Königreich eingefallen waren. Die Schreckenszeiten des Krieges sind nur noch blasse Erinnerungen, im Vergleich zum Schrecken dieser Tage … Lange Jahre ist es her, dass die Städte und Dörfer der Cymren im langen Krieg zerstört oder geplündert worden waren… doch ist die Not heute nun nicht geringer als sie es damals gewesen war… Das Land Cambria,das wilde raue Land, hatte es seit jeher nicht leicht, doch das kleine Königreich hatte, seit der berühmten Schlacht von Caer Leon, stets Treu dem Hochkönigkönig von Londinium Abgaben geleistet und dafür Schutz erhalten, wenn es nötig war, aber auch die Früchte des Wissens des alten Adlerreiches genießen dürfen.
Die Adler, auch wenn ihre Legionen seltener wurden und viele Ihrer Schiffe nach Süden über das große Meer in die Heimat zurücksegelten, wollten auch zufrieden gestellt werden, und der Kaiser erhielt stets, was des Kaisers ist. Die, die man die Adler nannte, nannte man so ob ihrer güldenen Feldzeichen, welche ihre Legionen vor sich hertrugen, Eroberer aus einem fernen Reich im Süden. Gieriger noch als die Adler, die Straßenbau trieben und Wissen gebracht hatten auf der Insel als Gegenleistung für ihren Tribut, und die auch die Cymren und Bretonen vor Iren und Pikten wenigstens in einigen Fällen schützen konnten, ja noch gieriger und unerbittlicher waren die Drachen. Vielleicht, so sagt die Legende in Albion, ist es auch nur ein einziger Drache, der das Land heimsucht. Drachen sind Mächte einer alten, dunklen Zeit. So sagte man, dass es der Odem der Drachen ist, der im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen und im Winter den Boden frieren und das Land vernarben lässt. Wenige Menschen haben jemals einen Drachen gesehen, und wohl keinem ist man begegnet der wahrhaftig von einer solchen Begegnung hätte lebendigen Leibes berichten können… und doch glaubten die Menschen von Albion seit grauer Vorzeit an die Drachen und brachten ihnen Opfer. Die Opfer an die Drachen hatten stets milde Winter und reiche Ernten beschert, so wusste man doch, das der Zorn der Drachen harten Winter bringen und die gute Wintergerste verrotten lassen würde. Der gute König Brakus, ein Freund der Menschen, hatte in unendlicher Liebe für sein Volk das nötige Opfer an die Drachen vom eigenen Blut gegeben, ja seinen eigenen Sohn Teramon hatte er als Opfer für die Drachen an einem kalten Wintertag aussetzen lassen, auf dass sie ihren eisigen Atem vom Land fernhielten, und das Volk keinen Hunger leiden musste. Was aus Teramon von Prydwen, Thorans Bruder geworden ist, das soll in einer anderen Geschichte erzählt werden.

Thoran war ein anderes Schicksal bestimmt. Er wuchs auf der Festung Prydwen auf und wurde von Kindesbeinen an in den ritterlichen Tugenden erzogen. Als Page und Knappe diente er, lernte Aufrichtigkeit, Treue und Tapferkeit. Er lernte denen Hilfe zu geben, die derer benötigen und lernte die Tugend, denjenigen Schutz zu gewähren, die danach suchen. Höchste Tugend eines Königs soll es sein, verantwortlich für das Volk zu handeln und Leid von ihm fernzuhalten. Darauf wurde der Knabe Thoran vom ersten Tag an vorbereitet, eher er laufen konnte. Auffällig war, und den Alten und Sehern am Hofe König Brakus geradezu unheimlich, dass der Knabe enorme Körperkräfte und ein sehr schnell wachsendes Heilfleisch besaß. Es trug sich zu, dass der junge Prinz während der Jagd von einem großen Braunbären angegriffen wurde. Der Bär schlug Thoran und rang mit ihm, doch Thoran wurde nicht von der Kraft des Bären umgerissen, sondern kämpfte gegen das Tier an und hielt gegen die Bärenkräfte stand. Da geschah es, dass Thoran im Rücken vom Pfeil eines unachtsamen Gefährten getroffen wurde, von dem Pfeil, der eigentlich für den Bären bestimmt war. Die Gefährten konnten den Bären erlegen, bangten aber um das Leben des jungen Prinzen, der von Bär und Pfeil so sehr getroffen wurde, dass die Wunden hätten tödlich sein müssen, und man annahm, dass wohl jeder andere ihnen erlegen wäre.

Doch die schweren Wunden heilten in der selben Nacht,die der Knabe unter dem Sternenmantel Albions ruhte. In der Tat ist es eine alte Sage, ein Aberglaube an dem die Menschen in Cambria festhalten, dass das Licht der Sterne und des Mondes Heilkräfte besitze und Wunden schnell und gut verheilen, wenn man seinen Schlaf unter dem Sternenlicht hält. Dies ist eine der vielen alten Legenden, die das dort zahlreich siedelnde Auelbenvolk mitgebracht hatte. Enorme Stärke und Zähigkeit sind Eigenschaften, welche bereits Thoran’s Vorvätern zu eigen waren, und für welche Sie berühmt geworden sind. Der Begründer der Königsdynastie Prydwens, Thoros I selbst war, bevor er König wurde, als der stärkste aller Streiter und Krieger im Lande Cymru bekannt und ob seines ogerstarken Schwertarmes im ganzen Reich gefürchtet. Auch scheint es wohl ein Segen der Götter zu sein, der den Leib der Königsdynastie immer wieder vor Krankheit und Wundfieber bewahrte und selbst die schlimmsten Kampfeswunden mit wundersamer Schnelligkeit heilen ließ.


Eines Tages geschah, womit keiner im Lande gerechnet hatte, am wenigsten der König selbst. Einer der engsten Vertrauten des Königs, ein Edelmann aus dem kargen Lyoness, Graf Morthan von Cornwall, ließ heimlich Heerscharen bei Pikten und Iren ausheben. Nicht etwa zum Abwehrkampf gegen die einfallenden Teutonen oder Nordmänner rüstete Morthan mit dieser Armee der Tiermenschen… sein eigener Lehnsherr, der gute König Brakus, Thorans Vater war Ziel der blutigen Ambitionen des treulosen Vasallen.
Morthan rief sich selbst zum Herrscher über Cambria aus, wissend, dass die Adler und auch der Hochkönig dem Thronräuber niemals die Königswürde zuerkennen würden. Das Heer der Getreuen um Brakus schlug er in der Ebene von Dartmoor in einer blutigen Schlacht. Seit der selbsternannte Graf Morthan den guten König Brakus gestürzt und die Herrschaft übernommen hatte, ging es Abwärts mit dem Wohlstand in Cambria. Morthan brach mit den Sitten, den Drachen Opfer zu bringen und nannte sich Drachentöter - obgleich niemand ihn je einen Drachen hat schlachten sehen oder eine Trophäe eines Drachen tragen hat sehen.

Der Zorn der Drachen brachte harte Winter und verdorrte Äcker. Krankheit und Not suchte Cornwall heim. Auch die Adler oder der Hochkönig brachten keine Hilfe mehr für das Land, da sie zu Recht die grenzenlosen Ambitionen des Tyrannen fürchteten. Der Groll der Drachen wollte auch dann nicht abflauen, als in einer Neujahrsnacht Morthan von Cornwall gestorben war. Und wer glaubt, nun mit dem Tode des Tyrannen kam Linderung, für das geplagte Land, der irrte! Morthans Sohn, Mordrag von Cornwall wurde zum neuen Herrn über Cambria. Wenn sein Vater ein Drachentöter gewesen war, so war Mordrag ein Menschenschlächter, ein hartherziger, rücksichtsloser und ehrloser Tyrann, der aus der Ursopatie seines Vaters eine Tyrannei des Schreckens machte, in der dem Volk täglich unsägliches Leid zugemutet wurde. Die Schergen des Grafen pressten die letzten Tropfen Saft aus den Adern der leidenden Bauern, hängten brave Männer an Bäume, die die horrenden Steuern nicht mehr bezahlen konnten und schändeten die Maiden zu ihrem Vergnügen. Erbarmungslos zwang der neue Graf die Bauern, im Sommer die Ernte auf den Feldern liegen zu lassen und unter unmenschlichen Anstrengungen einen Schattengang aus hundert ausgewachsenen Eichen anzulegen, welche unter unbeschreiblichen Anstrengungen aus den Wäldern Sauvage oder Sherwood im Norden ausgegraben und herangeschafft werden mussten. Besonderen Ruf der Grausamkeit erwarb Mordrag dadurch, dass er seine eigene Schwester öffentlich enthaupten ließ, da sie zusammen mit einem geächteten Ritter von der Festung Prydwen fliehen wollte. Man sagte, dass er in widernatürlicher Begierde zu ihr entbrannt war, was wohl der Grund war für ihre Flucht, als auch für die Ächtung des untadeligen Mannes, der ihr den Hof machte.

Thoran, der einst als sehr junger Mann im Alter von 16 Lenzen neben seinem Vater auf dem Feldherrenhügel gestanden hatte und damals zusehen musste, wie das Heer des Feindes die eigenen Getreuen zermalmte, wie sein Vater in die Schlacht ritt, und wie sein Banner niedergehauen wurde, dieser Thoran hatte viele Jahre unter der Burg Prydwen im tiefsten Kerker auf seinen Tod gewartet. Doch diese Gnade wollte der Tyrann ihm nie verschaffen. Es war wohl nur aufgrund des unnatürlich starken und gesegneten Fleisches möglich gewesen, die Jahre der Folter, des Hungers und der Dunkelheit zu überstehen. Krankheit und Seuche hatten sonst jeden, der länger in den Kerkern von Prydwen schmachten musste hingerafft, doch Thoran war am Leben geblieben.
Halb blind und dem Tode nahe, war es ihm eines Tages doch gelungen, zusammen mit Zharek, einem Kleriker aus dem Nordreich, und Hagen von Kreuzer, einem Teutonischen Rittersmann aus dem fernen Aragonien, dem Kerker zu entrinnen. Er war aus der Dunkelheit zurückgekehrt, floh der Festung, floh seiner Heimat, bestieg ein Schiff und segelte zusammen mit seinen getreuen Verbündeten vondannen fort aus Albion, wo die Häscher des Grafen Mordrag ihn suchen und jagen würden.

Thoran sann auf Rache für den Tod seines Vaters, glühte nach Vergeltung für die vielen Jahre, die er im Kerker schmachtend verloren hatte und schwor bei Gott den finsteren Grafen Mordrag zur Strecke zu bringen und dem Land die Freiheit wieder zu geben. Der Zahn der Zeit hatte den Thronräuber Morthan zermahlen, doch dessen Sohn Mordrag war noch von hundertfacher Schurkenhaftigkeit als es sein Vater bereits gewesen ist. Während der Vater ein machthungriger Tyrann war, war der Sohn eine ausgebuhrt des Bösen, der sich mit den finstersten Mächten einließ, um seine Macht weit jenseits der Meere auszudehnen.
Eines Tages, so schwor es sich Thoran, würde er nach Albion zurückkehren und den Tyrannen vom Thron stoßen. Eines Tages würde er seine Krone wieder erlangen und seinem Reich und seinem Volk Frieden und Ordnung wiedergeben.

So warfen sich die drei Gefährten einen schwarzen Wappenrock über, auf dem sie mit blutroter Farbe das Zeichen der Ritterlichkeit trugen. Solange der Tod des Vaters, der Thronraub, der finstere Verrat nicht gesühnt und das Land Cambria und die Burg Prydwen nicht frei sind, solange wird die Gemeinschaft als schwarze Ritter, die das Gewand der Vergeltung tragen, zusammenstehen und nicht eher ruhen, bis sie gemeinsam ihr Ziel erreicht haben.
Doch zunächst waren sie Gejagte, Ritter ohne Banner, denn ihre alten Farben hatten sie abgelegt. Sie bewegten sich wie Briganten auf der Flucht, welche sich nirgends sicher sein konnten, ob nicht Häscher und Handlanger Mordrags auf sie lauerten. Fremde waren sie, in einem fremden Land, fern der heimatlichen weißen Kreidefelsen von Albion, fern der weiten fruchtbaren Lande Aragoniens, fern der undurchdringlichen weißen Nordwälder… doch ihr Glaube an das Gute und an ihre heilige Aufgabe begleitete Sie - und der unerschütterliche Wille, in der weiten Welt ihren Schwur zu erfüllen